Arbeit

Unsere wichtigsten Forderungen vorab, wir wollen:

  • die Möglichkeiten eines sozialen Arbeitsmarktes weiter ausbauen.
  • eine berufliche Bildung, die proaktiv dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenwirkt.
  • Studienabbrecher systematischer als bisher mit den Chancen in der beruflichen Ausbildung vertraut machen.
  • die Zahl der teilzeitfähigen Arbeitsplätze, insbesondere aber der Ausbildungsplätze in Teilzeit deutlich steigern.
Office

Unsere Ideen und Impulse aus dem Wahlprogrammkapitel gibt es hier nochmal zum Nachlesen:

  1. Arbeitsplätze sichern nicht nur den persönlichen Lebensunterhalt und den von Familien. Arbeit ist und bleibt auch ein entscheidender Faktor zur Altersvorsorge, zur gesellschaftlichen Beteiligung und zur Weiterqualifizierung. Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sind jedoch nicht nur eine wesentliche Voraussetzung für individuell gelingendes Leben, sondern auch eine wesentliche Stütze für unseren Sozialstaat. Ein fiskalisch handlungsfähiges Bremen, das nur steuerfinanziert seine öffentlichen Aufgaben gewährleisten kann, ist nicht zuletzt auf das Einkommensteueraufkommen seiner Bürgerinnen und Bürger aus Arbeitsverhältnissen angewiesen. Grundlage dafür ist eine gerechte und auskömmliche Bezahlung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich in ihrer unteren Grenze stets am Mindestlohn zu orientieren hat. Arbeit ist und bleibt damit auch das wichtigste Präventionsinstrument gegen Armut. Es ist insofern im Interesse aller, dass Bremen und Bremerhaven endlich die hinteren Ränge der Arbeitslosenstatistik verlassen. Unser Ziel ist es, in der nächsten Legislaturperiode an den Bundesdurchschnitt anzuschließen.
  2. Arbeitsplätze entstehen insbesondere in der Wirtschaft. Wir wollen dazu in den traditionellen, aber so innovativen industriellen Kernbranchen, z.B. in der Automobilherstellung, sichere und entwicklungsfähige Bedingungen schaffen. Aber auch wenn Wertschöpfung in der Produktion Grundlage unserer wirtschaftlichen Strukturen bleiben muss, wollen wir den in Bremen noch immer unterdurchschnittlich ausgeprägten Bereich der Dienstleistungen weiter ausbauen. Dazu bedarf es in einzelnen Branchen dieses Wirtschaftszweiges einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und einer Ausweitung insbesondere der unbefristeten Arbeitsverhältnisse. Neben zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Tourismusbranche, in der Hotellerie oder im Einzelhandel, wollen wir einen Masterplan zur systematischen Entwicklung sog. ‚wissensintensiver‘ Dienstleistungen‘ in zukünftig besonders wachsenden Bereichen, wie z.B. der Gesundheitswirtschaft oder der IT-Branche, die die digitale Entwicklung insbesondere aufzunehmen und zu begleiten haben.
  3. Zu den zentralen gemeinsamen Herausforderungen von Politik und Wirtschaft der Gegenwart gehört die Sicherung des Fachkräftebedarfes. Wir wollen mit entschiedenen Maßnahmen in ganz unterschiedlichen Bereichen verhindern, dass die Qualifikation der Menschen die knappe Ressource in Bremen und Bremerhaven wird. Unsere Ziele sind auch zukünftig ein Arbeitsplatz Angebot für alle insbesondere auf dem ersten Arbeitsmarkt und ein Ausbildungsplatzangebot für jeden Jugendlichen, vorzugsweise im dualen System. Es bleibt dabei: Niemand darf verlorengehen. Dazu wollen wir u.a.
    1. die Beratungskapazitäten im Ausbildungs- und Fortbildungswesen von Kammern, Arbeitsagentur und Job-Centern stärker als bisher vernetzen, die ‚Kontaktdichte‘ (unter Nutzung digitaler Instrumente) zu den betrieblichen Beratern erhöhen und insbesondere kleinere Unternehmen dadurch mehr als bisher einbeziehen,
    2. mit einer Fortsetzung der ‚Bremer Vereinbarung‘ die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze hochhalten und eine Erhöhung der Ausbildungsbeteiligung erreichen,
    3. mit Instrumenten der Arbeitsagentur und der Jugendberufsagentur das sog. ‚Matching‘ im Ausbildungsmarkt zugunsten von Branchen mit besonderem Nachwuchsmangel verbessern,
    4. die Vorbereitung und Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen durch bessere Bildung sowie eine zu prüfende Einführung eines Unterrichtsfaches ‚Berufsorientierung‘ auf eine solidere Grundlage stellen, das insbesondere Inhalte und Strukturen aus Wirtschaft, Arbeit und Technik aufnimmt,
    5. Studienabbrecher als Gruppe mit besonderen Erfahrungen und Potentialen systematischer als bisher mit den Chancen in der beruflichen Ausbildung vertraut machen,
    6. das sog. ‚Übergangssystem‘ der beruflichen Bildung noch stärker als bisher so ausrichten, dass möglichst unmittelbar die betriebliche Praxis einbezogen ist und anerkannte Abschlüsse erzielt werden, und
    7. die Bedingungen zur Integration und sprachlichen Förderung von Zugewanderten, z.B. durch ‚on und near -the-job‘-Angebote, weiter verbessern und einheitliche und transparente Bedingungen für die möglichst zügige Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen, auch bei fehlenden Dokumenten, schaffen.
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  1. Arbeit wird nicht nur attraktiv durch gute Bezahlung. Arbeit bedeutet insbesondere Teilhabe und die Möglichkeit zum Aufstieg. Lebenslanges Lernen darf kein Schlagwort bleiben, denn Weiterbildung ist längst nicht nur die Voraussetzung für gesellschaftlichen und beruflichen Aufstieg. Sie wird in Zeiten verstärkten Wandels nicht nur zur Voraussetzung für den Erhalt der Qualifikation und des beruflichen Status, sondern ist auch die Voraussetzung für berufliche und arbeitsplatzbezogene Mobilität. Wir wollen dazu effektive Strukturen im Angebotssektor von Fort- und Weiterbildung, wir wollen ‚Wirkung‘ überprüfbar gestalten und sicherstellen, dass die aufgewandten (öffentlichen) Mittel im Interesse und zum Nutzen ausschließlich der Teilnehmer eingesetzt werden.
    1. Die Digitalisierung wird dabei gleichzeitig Gegenstand und Medium sein für zusätzliche Anstrengungen im Feld der Fort- und Weiterbildung. Dequalifizierung in diesem Bereich wird ein Risiko für Arbeitslosigkeit werden. Dazu werden wir,
      1. darauf hinwirken, dass bei der Arbeitsagentur auch für Beschäftigte ein Recht und entsprechende Kapazitäten für eine unabhängige Berufs- und Weiterbildungsberatung geschaffen werden,
      2. die Weiterbildungsbeteiligung, z.B. durch Erweiterung des Kreises der Anspruchsberechtigten für den ‚Bremer Weiterbildungscheck‘, erhöhen,
      3. durch die Ausweitung und Verstetigung von Beschäftigungsmöglichkeiten im Rahmen eines sozialen Arbeitsmarktes und einer offensiveren Nutzung des sog. ‚Passiv-Aktiv-Transfers‘ mehr Langzeitarbeitslosen als bisher rentenversicherungspflichtige Arbeitsplätze auf der Mindestlohnbasis vermitteln,
      4. Gruppen mit besonderen Problemen, wie z.B. durch (funktionalen) Analphabetismus, stärker als bisher in eine systematische Förderung einbeziehen.
    2. Arbeitssuchende sind insbesondere durch eine zeitnahe, individuelle und auf Qualifikation ausgerichtete Beratung und Förderung reintegrierbar in das aktive Erwerbsleben. Wir werden durch Anreize und das Aufzeigen von Perspektiven, auch durch Nutzung der (zusätzlichen) Möglichkeiten des jüngst auf Bundesebene in Kraft gesetzten ‚Teilhabechancengesetzes‘, die Zahl der Arbeitslosen möglichst niedrig, die Dauer der Arbeitslosigkeit möglichst kurz und das Wiederholungsrisiko von Arbeitslosigkeit möglichst geringhalten. Dazu wollen wir
      1. abschlussorientierte Weiterbildung und längerfristige ‚Fördertreppen‘ statt der noch zu häufigen Aneinanderreihung von ‚Maßnahmen‘,
      2. eine stärkere Verknüpfung der Schulungsziele mit regionalen Arbeitskräfteengpässen, und
      3. eine Weiterentwicklung des ‚Beschäftigungspolitischen Aktionsprogramms (BAP)‘ für einen erweiterten Adressatenkreis auf der Grundlage einer besseren Wirkungskontrolle.