Bau

Unsere wichtigsten Forderungen vorab, wir wollen:

  • ein Gesamtkonzept zur zeitgemäßen Umgestaltung der Innenstadt entwickeln, das die verschiedenen Projekte und Interessen zusammenbindet.
  • 30% der neuen Wohnbauflächen bauträgerfrei zur Verfügung stellen.
  • erreichen, dass Bauanträge i.d.R. innerhalb von vier Wochen entschieden werden.
  • über die zukünftige (Um-) Nutzung des Gebietes des Neustädter Hafens in einem ergebnisoffenen Verfahren und Ideenwettbewerb entscheiden.
  • innovative Formen des Bauens und des Wohnens, beispielsweise Wohnen auf dem Wasser oder Tiny-Houses, ermöglichen.
  • in der Stadtplanung für ältere Menschen geeigneten Wohnraum z.B. in Form von altersgerechten Eigentumswohnungen vorsehen.
  • kostenlose Fitnessgeräte für Jung& Alt entlang an der Weser und anderen Grünanlagen einrichten.
  • ein schwimmendes Schwimmbad in der Weser realisieren.
  • wenn es die Infrastruktur zulässt, nach und nach alle Dächer öffentlicher Gebäude begrünen und/oder für die Nutzung durch Photovoltaik und Solarthermie einsetzen.
Baustelle

Unsere Ideen und Impulse aus dem Wahlprogrammkapitel gibt es hier nochmal zum Nachlesen:

  1. Eine gleichermaßen auf Attraktivität, Zweckmäßigkeit und Bedarfsorientierung setzende Baupolitik ist ein entscheidender Bestandteil für eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklungspolitik. Nur wenn wir lebenswerte Städte erhalten, werden wir Anziehungskraft für Wachstum und für neue Einwohnerinnen und Einwohner entfalten und Abwanderung verhindern. Wir wissen uns in einem Wettbewerb insbesondere mit dem Umland, den wir zum gegenseitigen Nutzen entwickeln wollen. Gleichzeitig verändern sich die Ansprüche: Urbanes Leben gewinnt an Zuspruch, Menschen schätzen die Angebote der Städte. Familien, Studentinnen und Studenten oder ältere Menschen benötigen auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittene Häuser oder Wohnungen. Für die Wirtschaft ist schnell und flexibel verfügbarer Raum ein knappes Gut, mit dem wir in der Konkurrenz zu anderen Standorten stehen. Wohnen ist aber auch zu einer entscheidenden sozialen Frage geworden, denn angemessener Wohnraum zu angemessenen Preisen ist für viele Menschen zu einer existentiellen Frage geworden. Die rot-grüne Koalition hat diese Fragen kaum beantwortet. Wir wollen eine Baupolitik, die nicht verhindert und behindert, sondern die offensiv und flexibel die Zukunftsaufgaben einer auf Vielfalt und Anziehungskraft ausgerichteten Stadtentwicklung annimmt.
  2. Die Tatsache, dass sich der Trend einer Abwanderung in das Umland nicht nur abzubremsen, sondern umzukehren beginnt, verstehen wir als Chance und Herausforderung zugleich. In der längerfristigen städtebaulichen Planung wollen wir mit den Umlandgemeinden Bremens und Bremerhavens enger kooperieren, um fairen Wettbewerb und Ausgleich von Interessen gleichzeitig zu gewährleisten. Um auch bei uns verschiedenen Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht werden zu können, brauchen wir nicht nur maßgeschneiderte Angebote, sondern auch Flächen, die individuell geplant und bebaut werden können. Hierzu werden wir 30% größerer Wohnbauflächen bauträgerfrei ausweisen. Dazu gehört aber auch eine verstetigte finanzielle Vergleichbarkeit der öffentlich erhobenen oder festgelegten Kosten ‚rund um das Bauen‘, insbesondere im Wettbewerb mit dem niedersächsischen Umland. Als öffentlichen Beitrag zu mehr Fairness dabei für Neuerwerber oder für Neubauten werden wir die Grunderwerbs- und die Grundsteuer dem niedersächsischen Niveau angleichen. Zudem werden wir, wo dieses möglich und sinnvoll ist, die Kosten für den Erwerb eines Eigenheimes senken, indem wir Grundstücke auf der Basis von Erbbaupacht für die Bebauung mit Einfamilien- und Doppelhäusern ausweisen. Insbesondere jungen Familien wollen wir so mehr und besser als bisher ermöglichen, ihren Traum vom Eigenheim in Bremen und Bremerhaven zu verwirklichen.
  3. Wir setzen dazu auf eine ganzheitliche Stadtentwicklungspolitik, bei der neben der Wohnbebauung eine gleichzeitige Planung, z.B. von Nahversorgungsmöglichkeiten, von Kita- und Schulplätzen und z.B. von Angeboten zur Gesundheitsvorsorge und Kultur von vornherein mitgedacht und realisiert werden. Dazu werden wir
    1. die Planungsabteilungen der Bauämter so ausstatten, das sie wieder selbst und unabhängig von externen Vergaben abschließend beplanen können,
    2. die Dauer von Bauleitplanungen auf ein Maximum von 12 Monaten reduzieren,
    3. die Beweglichkeit der Planung bei der Gestaltung von Neu- und Umbauten, ggf. auch durch Veränderung der rechtlichen Grundlagen, erhöhen,
    4. die Quote von 25% sozialem Wohnungsbau bezogen auf einzelne Gebiete flexibilisieren, aber als stadtweite Zielmarken erhalten,
    5. zielgruppenorientierter als bisher die Interessen der Familien, von Singlehaushalten oder älteren Mitmenschen berücksichtigen und so zu einem ausgeglichenen Angebot von Miet- und Eigentumswohnungen beitragen,
    6. dafür sorgen, dass Bauanträge in der Regel innerhalb von vier Wochen unter Nutzung digitaler Kommunikation entschieden werden, und
    7. die Chancen und Vorteile der Digitalisierung für die Planung von Gebäuden nutzen und durch Einführung des sog. ‚Building Information Modeling‘ (BIM) bei öffentlichen Bauwerken im Land Bremen das digital-ganzheitliche Planen und Bauen zum Standard machen. Wir versprechen uns hiervon mehr Transparenz in der Planung, eine Vereinheitlichung der organisatorischen Prozesse, eine realistische Risikokalkulation sowie eine Reduzierung der Bauzeiten und der Kosten.
überseestadt-bremen
  1. Wir wollen, wo möglich und von den Beteiligten gewünscht, nicht mehr zeitgemäße Grenzen zwischen ‚Wohnen‘, ‚Arbeiten‘ und ‚Freizeit‘ überwinden. Wir werden uns insbesondere bei der Entwicklung der ‚Überseestadt‘, der Innenstädte und des ehemaligen Kelloggs-Geländes von diesem Grundsatz leiten lassen mit dem Ziel, ein Auseinanderentwickeln von Stadtteilen wie in der Vergangenheit zu verhindern. Darüber hinaus wollen wir die Attraktivität unserer Lage am Fluss besser nutzen und in die (Innen-) Stadtentwicklung gezielt einbeziehen sowie insbesondere für Fußgänger und Radfahrer zusätzliche Übergänge durch Fähren und Brücken schaffen. Dazu werden wir eine Weserquerung, die Woltmershausen und die Überseestadt miteinander verbindet sowie zwei Fahrradbrücken planen (eine entlang der A1 in Hemelingen und eine zweite zur Verbindung der Innenstadt mit der Neustadt über die Kleine und Große Weser). Schließlich sind nur sichere Städte attraktiv und deshalb wollen wir den Aspekt ‚Sicherheit‘ stärker als bisher in Baupolitik und Städteplanung einfließen lassen: Wir werden die Aufenthaltsqualität in unseren Städten auch durch die Beseitigung von ‚dunklen Ecken‘ und von ‚Angsträumen‘ verbessern.
  2. Eine ausgleichende Stadtentwicklungspolitik muss daneben die Verdichtung und Sanierung vorhandenen Wohnraums voranbringen, aber auch innovative Formen des Bauens und des Wohnens zulassen, beispielsweise Wohnen auf dem Wasser oder ‚Tiny-Houses‘. Wir werden dazu an ausgesuchten Standorten auch Hochbauten zulassen und ein Förderprogramm zur Aufstockung und Erhaltung vorhandener Wohngebäude auflegen. Zusätzlich wollen wir mit zusätzlichen und spezialisierten Kapazitäten in der baulichen Planung die Bebauung in der ‚zweiten Reihe‘ und von ‚Lücken‘ identifizieren und fördern. Dazu halten wir eine Überarbeitung insbesondere älterer Bebauungspläne für erforderlich. Mit Blick auf einzelne Zielgruppen wollen wie vorhandene Bereiche gezielt einer neuen Nutzung zuführen: So soll z.B. das ehemalige ‚Bundeswehrhochhaus‘ zu einem Wohnkomplex für Auszubildende und Studierende umgestaltet werden.
  3. Die Entwicklung der Attraktivität von Innenstädten ist nicht nur für Handel, Gewerbe, Kultur und Gastronomie, sondern auch für die Identität der Menschen in Bremen und Bremerhaven sowie die touristische Anziehungskraft unserer beiden Städte besonders wichtig. Wir werden dazu die Umgestaltung des ‚Domshofes‘, der ‚Domsheide‘, des Bereiches um den ‚Brill‘ sowie die Neuordnung der Kaufhausinfrastruktur in Bremen in einem ganzheitlichen Konzept zusammenbinden und dabei die kreativen Ideen von ‚Buten- und Binnen-Bremern‘ einbeziehen. Neben dem zu wertzuschätzenden privaten Engagement in diesem Prozess, ist eine gleichzeitige Neuordnung der Parkraumgestaltung und Verkehrsführung nach unserer Auffassung unabdingbar.
  1. Eine zeitgemäße Stadtentwicklung spielt die Neuausweisung von Flächen nicht gegen die Sanierung und Innenentwicklung vorhandener Infrastruktur aus. Dabei setzen wir darauf, neue Wohnbaugebiete immer an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Durch Zuwanderung, Individualisierung und allgemeines Wachstum gekennzeichnete Städte benötigen schneller als bisher konkrete Angebote, die nicht nur einen gegenwärtigen, sondern auch einen absehbar zukünftigen Bedarf im Auge haben. Wir setzen uns deshalb dafür ein, 
    1. für den Bereich des Neustädter Hafens eine Machbarkeitsstudie und einen Ideenwettbewerb in Auftrag zu geben mit dem Ziel, vor Ende des bestehenden Pachtverhältnisses im Jahr 2027 ein Nutzungskonzept zu entwickeln, mit dem ergebnisoffen eine künftige industrielle, gewerbliche und/ oder wohnbauliche (innovative) (Um-) Nutzung des Gebietes geprüft wird,
    2. die Bebauung in ‚Brokhuchting‘ endlich zu realisieren,
    3. die Beplanung des (ehemaligen) Könecke- und Coca-Cola-Geländes in Hemelingen in Richtung ‚Wohnungsbau‘ voranzubringen,
    4. die beabsichtigte Bebauung des ‚Brinkmann-Geländes‘ mindestens zu beginnen,
    5. eine auch Wohnbebauung vorsehende Umnutzung der Randbereiche des ‚Rennbahnareals‘ in Diskussion, Beteiligung und Planung zu bringen,
    6. den Bereich ‚Aumunder-Angelzentrum‘ zu beplanen,
    7. die bauliche Tätigkeit in der Verantwortung der GEWOBA im Wettbewerb mit anderen Bauträgern zu unterstützen und auszuweiten, und
    8. Baugebiete unter bestimmten innovativen, individuellen und kreativen ‚Themen‘ auszuweisen. Wir versprechen uns davon, in diesen Bereichen z.B. neue Formen der Mobilität zu verwirklichen und alte ggf. einzuschränken, neue Mittel digitaler Kommunikation und Steuerung in ‚smarten‘ Konzepten zu verwirklichen, generationenübergreifendes Wohnen zu verwirklichen oder auch zu neuen Formen des gemeinsamen ‚Arbeitens und Wohnens‘ zu kommen.
  2. Ein besonderes Augenmerk wollen wir auf die Verminderung des sog. ruhenden Verkehrs in bestehenden und ggf. neu zu errichtenden Wohnquartieren richten. Die meisten der historisch gewachsenen Quartiere sind planerisch und gestalterisch nicht auf die aktuell vorhandene Anzahl parkender Fahrzeuge ausgerichtet. Die Konsequenz sind nicht nur erhebliche Probleme für Einsatz- und Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr, sondern auch fehlender Platz für städtisch-urbanes Leben und sinkende Lebensqualität. Hier gilt es, zunächst modellhaft, gemeinsam mit den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern in den bestehenden Quartieren geeignete Alternativen zu planen und umzusetzen. Bei der Entwicklung neuer Quartiere werden wir von Anfang an die Verkehrsanbindung, intelligente Mobilitätslösungen, erforderliche Parkmöglichkeiten und Verkehrsvermeidungsstrategien einplanen.
  3. Wir sind uns bewusst, dass Bebauung auch zu Konflikten führen kann. Wir setzen dabei einerseits auf eine frühzeitige Information und Einbindung der Beiräte sowie der Bürgerinnen und Bürger, z.B. in Planungskonferenzen oder fallbezogenen Moderationsverfahren. Und wir setzen andererseits auf rechtliche Bedingungen zur Bebauung, die, wie z.B. bei der Regelung von Mindestabständen von Windanlagen zur Wohnbebauung, die berechtigten Interessen möglichst Aller, im Zweifel aber insbesondere die der Wohnbevölkerung berücksichtigen. Unser Ziel ist es darüber hinaus, die Interessen der Allgemeinheit und die berechtigten lokalen Interessen, z.B. in der Art und Weise einer traditionellen Bebauung, in Einklang zu bringen. Dabei ist für uns wichtig, dass Baupolitik nicht nur Neubau und Expansion zur Befriedigung von Bedarfen bedeuten kann. Mit Blick auf einzelne Quartiere verstehen wir Baupolitik auch als wesentlichen Bestandteil einer Politik zur sozialverträglichen Entwicklung bestimmter Bereiche unserer Städte. So werden wir z.B. in der ‚Grohner Düne‘ in Verhandlungen mit der Eigentümerin zu erreichen suchen, die Wohnungen im Gesamtinteresse der Bürgerinnen und Bürger zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität des Quartiers insgesamt erhöhen.