Kultur

Unsere wichtigsten Forderungen vorab, wir wollen:

  • die Einnahmen aus der City-Tax dauerhaft für Kulturförderung nutzen.
  • die erforderlichen Mittel zur Sanierung der ,Seute Deern‘ gemeinsam mit der Stadt Bremerhaven und privaten Unterstützern bereit stellen.
  • Kindergartengruppen und Schulklassen in allen öffentlichen Museen freien Eintritt ermöglichen.
  • die Stadtbibliotheken in Bremen und Bremerhaven sonntags öffnen.
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Unsere Ideen und Impulse aus dem Wahlprogrammkapitel gibt es hier nochmal zum Nachlesen:

  1. Kultur bestimmt Kreativität, Ausstrahlung, Identität und Lebensgefühl in unseren beiden Städten maßgeblich mit. Kultur ist Attraktivität, Aktivität, Ausgleich und schöpferische Unruhe gleichzeitig. Kultur steht für neue Ideen und für (geistigen) Fortschritt ebenso wie für Tradition und die Besinnung auf bewährte Werte. Kultur ist Erinnerung und Lernen für die Zukunft. Kultur kritisiert und führt gleichzeitig zusammen. Kultur ist für uns kein Luxus, den sich eine Gesellschaft leistet oder nur einigen Wenigen zur Verfügung stehen soll. Kultur ist deswegen auch weit mehr als das Aufbewahren von Kulturgütern, Werken oder Ideen, so wichtig dieses ist. Auch die Unterscheidung von ‚Hochkultur‘ oder ‚freier Szene‘ wird der Bedeutung aller Kulturschaffenden für die Anziehungskraft und Entwicklung Bremens und Bremerhavens und der Abhängigkeit des einen vom anderen nicht mehr gerecht. Merkmal von Kultur ist für uns Vielfalt, in den Themen, in den Sparten und in den Strukturen. Wir wollen die Förderung von Kultur in inhaltlichen Zusammenhängen ordnen und fördern, Profile schärfen und Schwerpunkte setzen. Einzelne Einrichtungen, Projekte und Kulturschaffende können dabei in unterschiedlichen und auch übergreifenden Kategorien ‚unterwegs‘ sein. Diese sind
  • Kultur – Kreativität – Wirtschaft
  • Kultur – Bildung – Erinnerung – Forschung - Demokratievermittlung
  • Kultur – Tradition/Werte/Identität/Information - Integration
  • Kultur – Unterhaltung/Freizeit – Standort – Attraktivität
     
  1. Eine lebendige kulturelle Szene und herausfordernde Aktivitäten haben immer auch mit der Verfügbarkeit von Ressourcen zu tun. Dabei geht es einerseits nicht nur um die Höhe, sondern auch um die Zuverlässigkeit und längerfristige Planbarkeit. Es geht andererseits um Wertschätzung für privates Engagement durch Stiftungen und Zuwendungen, das wir weiter fördern wollen. Wir werden mit den Mitteln aus den Einnahmen der sog. Citytax
    1. einen Fonds schaffen, mit dem private neue Spenden in den Grundstock einer Stiftung mit kulturell-öffentlicher Zwecksetzung verdoppelt werden können,
    2. Projektmittel erhöhen und planbar gestalten,
    3. die Nachwuchsarbeit und die kulturell-professionelle Arbeit unterstützen, indem wir bis zu vier Stipendien (sechs Monate je 2.000€) je in Bremen und Bremerhaven unterstützen,
    4. Kulturschaffende durch gezielte Fortbildung in Akquisition von Sponsoring unterstützen,
    5. einen Preis für Bremer und Bremerhavener Buchhandlungen ausloben, und
    6. ein Förderprogramm zur Schaffung von Atelierräumen auflegen.
  2. Wir wollen, dass Kultur in unseren Schulen sichtbarer wird und Kultureinrichtungen häufiger als bisher von Schülerinnen und Schülern besucht werden. Dazu wollen ‚Kulturschaffende‘ einladen, den Unterricht an Schulen zu unterstützen und mehr und andere Kultureinrichtungen dabei unterstützen, neben der Arbeit in der Kultur zu externen Lernorten zu werden. Neben den Schülerinnen und Schülern, wollen wir mehr Studentinnen, Studenten und Auszubildende für die Kultur gewinnen und dazu ein Semesterticket ‚Plus Kultur‘ schaffen.
  3. Kulturelle Werte, kulturelle Vielfalt und Kreativität und kulturelle Traditionen vermitteln Orientierung und sind ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung eines gesellschaftlichen Urteilsvermögens. Wir wollen, dass unsere Schulen unser kulturelles Erbe vermitteln. Kindern und Jugendlichen sollen unsere Wurzeln, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, nähergebracht werden können. Kindergartengruppen und Schulklassen werden dazu in allen öffentlichen Museen freien Eintritt erhalten.
  4. Die Reichweite und Nutzung von Kultur hängt auch davon ab, inwieweit sie verfügbar ist, wenn Zielgruppen sie nachfragen. Dazu wollen wir z.B. die Sonntagsöffnung der Stadtbibliotheken in Bremen und Bremerhaven. Auch eine ‚digitale Öffnung‘ kann zur Bandbreite der Möglichkeiten gehören, die Verfügbarkeit von Dienstleistungen durch Bibliotheken zu verbessern und so zusätzliche Nutzerkreise zu erschließen.
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  1. Politik selbst ‚macht‘ keine Kultur, sondern schafft die Rahmenbedingungen und Räume dafür, dass Künstlerinnen und Künstler kreativ und zum Wohle der Gemeinschaft gestalten und wirken können. Gemeinsam mit allen ‚Kulturschaffenden‘ und Akteuren werden wir eine Kulturstrategie des Landes und der Kommunen entwickeln, die klare und transparente Förderkriterien vorgibt und neue Entwicklungen ermöglicht. Dabei werden wir Initiativen für ‚Kultur und Digitales‘ und zur Stärkung der ‚Gegenwartskunst‘ ergreifen. Strategische Ausrichtungen neu aufzusetzen, heißt für uns aber auch, ggf. politische Zuständigkeiten unter Beteiligung der Betroffenen zu verändern, wenn dieses zweckmäßig erscheint: Um Synergien zu schaffen und Vernetzungen zu verbessern, wollen wir die Musikschulen und die Volkshochschulen administrativ dem Bereich ‚Bildung‘ zuordnen.
  2. Von besonderer Bedeutung, auch mit einer deutlich überregionalen Ausstrahlung, sind für uns unsere Orchester und ihre Darbietungen z.B. im Rahmen der Philharmonie oder auch im Rahmen von ‚Events‘ wie z.B. dem Musikfest Bremen. Wir werden ihren Bestand und ihre Entwicklung auch weiterhin unterstützen. Besonders beispielgebend ist für uns nicht nur das inzwischen internationale Renommee der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, sondern auch deren schulisches Engagement zu Gunsten von Schülerinnen und Schülern und einer ganzen städtischen Region. Wir wollen dieses Engagement zur Förderung des Nachwuchses, aber auch mit sozialen und integrationspolitischen Hintergründen, nachdrücklich fördern und, wo möglich, ausweiten. Dazu werden wir die Durchlässigkeit und Zusammenarbeit zwischen professionellen und ehrenamtlichen Musikern verbessern und die Durchgängigkeit der musikalischen Förderung zwischen unterschiedlichen Schulen ermöglichen.
  1. Bremens kulturelle Vielfalt ist insbesondere, aber nicht nur abhängig von der Kreativität der Kulturschaffenden. Bremen hat eine besondere Tradition in der Unterstützung der Kultur durch Mäzenatentum, Sponsoring und ehrenamtliches Engagement für die Kultur, für die Bewahrung von kulturellen Werten und die Pflege von Traditionen. Bremen wäre ohne dieses Engagement in mehrfacher Hinsicht ‚ärmer‘. Wir wertschätzen und fördern deshalb diese breite tätige und finanzielle Unterstützung, z.B. in Vereinen, durch private Sammlungen oder etwa durch die Zurverfügungstellung von Exponaten. Dieses bereichert nicht nur das kulturelle Angebot unserer Städte, sondern ist auch Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung in einem typischen und gewachsenen Bremischen (hanseatischen) Selbstverständnis. Beispiele für viele andere sind dafür der Kunstverein Bremen in seiner unverzichtbaren Trägerschaft und Unterstützung der Kunsthalle Bremen oder der Kunstverein Bremerhaven mit dem Kunstmuseum und der Kunsthalle. Dieses Engagement ist bereits selbst Teil einer speziellen Kultur in Bremen und Bremerhaven, die wir bewahren und stärken wollen.
  2. Die Museen in Bremen und Bremerhaven sind mehr als die ‚kollektiven‘ Gedächtnisse der Gesellschaft. Sie sind als Anziehungspunkte für Besucher ebenso unverzichtbar wie als Lernorte, z.B. für Schülerinnen und Schüler. Wir wollen ihre Attraktivität erhalten und wo notwendig steigern. Dieses bedeutet, nicht nur zu bewahren, sondern auch zu verändern. Dazu müssen sie in die Lage versetzt werden, neben der Öffnung für das Publikum, ihre kulturfachliche Arbeit zu leisten. D.h.: Zu bewahren, neue Erkenntnisse zu gewinnen, zu präsentieren, aber auch Bestände zu digitalisieren und z.B. die Provenienz zu erforschen. D.h., sich mit klassischen und für Bremen typischen Themen, z.B. rund um die kaufmännischen, seefahrerischen und maritimen Traditionen Bremens und Bremerhavens auseinanderzusetzen und sie einem breiten Publikum zugänglich zu machen. D.h. aber auch, sich mit (ggf. unbequemen) Themen wie z.B. dem Kolonialismus (neu) auseinanderzusetzen. D.h. schließlich aber insbesondere, dazu auch neue Wege zu gehen, die wir nachdrücklich unterstützen werden: Bremen muss eine digitale Kulturstrategie für Museen vorantreiben und so die Häuser sowohl für Forschungsdatenbanken als auch für Besucher jeweils digital zugänglich machen. Neben einer technischen Infrastruktur (LAN/WLAN) ist die Umsetzung eines ‚digitalen Besuchs‘ anzugehen. Dieses bedarf Initiative und Akzeptanz bei allen Beteiligten im öffentlichen wie im privaten Raum: Wir wollen einen Runden Tisch mit den (ehrenamtlichen) Museen etablieren, um durch einen regelmäßigen Austausch die dort geleistete Arbeit frühzeitig unterstützen zu können, auch, um so den Verlust durch Schließung oder Abzug z.B. von Sammlungen für Bremen zu vermeiden.
  3. Bremen und Bremerhaven haben als ‚Theaterstädte‘ eine lange, eigenständige und etablierte Tradition. Neben den ‚Großen‘ gibt es eine Vielzahl weiterer Spielstätten der darstellenden Kunst. Die großen Theater in Bremen und Bremerhaven haben mit ihrem jeweiligen Status als Stadttheater jedoch jeweils ein Alleinstellungsmerkmal, das eine große Verantwortung bedeutet. Experimentelles Theater muss auf den Bühnen dort ebenso Platz finden wie auch ein Programm, das die breite Stadtgesellschaft anspricht und Publikum bindet. Die Theaterlandschaft wollen wir weiter unterstützen, ihre Vielfalt und ihre ggf. besondere Profilierung erhalten. So gehört z.B. die Bremer Shakespeare Company mit ihrem Ensemble zu einer der renommiertesten Schauspielgruppen in Deutschland. Die ehrenamtlichen Theaterschaffenden im Bereich der Amateurtheater, aber auch die freie Theaterszene, wollen wir stärker fördern. Sie sind nicht nur ein wichtiger und kreativer ‚Teil des Ganzen‘, sondern bieten häufig für den (beruflichen) Einstieg in Theater und Schauspiel auch eine unverzichtbare ‚Bühne‘.